Am Anfang hat das mit der KI richtig gut funktioniert. Code war klein, KI hat geliefert, alles lief. Aber weil mir keiner was von Wartbarkeit und Refactoring erzählt hat, hatte ich irgendwann 3 Dateien mit jeweils 2.000 bis 4.000 Zeilen Code drin.
Für einen Menschen ist das langsam. Für eine KI ist das Gift.
Weil wenn der immer so viel Code lesen muss und sich nicht zurechtfindet, ist der Kontext weg. Und die Bugsuche fängt von vorn an. Dann dreht der Kumpel sich im Kreis und will was fixen auf eine Art, die er schonmal probiert hat. Und nochmal. Und nochmal.
Das war der Punkt wo ich verstanden hab: Die KI ist nur so gut wie die Struktur die du ihr gibst.
Also hab ich ein System aufgebaut.
Notion ist mein Gehirn. Da steht alles drin. Roadmaps, Feature-Specs, Architektur-Entscheidungen. Bevor ich eine Zeile Code anfasse, steht der Plan. Den entwickle ich mit Claude im Chat. Der denkt mit, stellt Fragen, und schreibt mir die Aufgaben die ich dann abarbeite.
Claude Code setzt um. Und da hab ich gelernt: Einfach reden. Normale Sprache, als würde man es einem Kollegen erklären. Kein ausgeklügelter Prompt. In 95% der Fälle muss man nicht nachsteuern. Und wenn was unklar ist, schreib ich einfach: “Frag mich.” Macht er dann auch.
Bei größeren Sachen: Planmodus an. Erst planen lassen, dann umsetzen.
Bei fiesen Bugs: Mehrere Agenten parallel loslaufen lassen. Und manchmal muss man ihn stoppen. Weil er sonst immer wieder Pflaster auf einen Bug klebt statt das eigentliche Problem zu lösen. Dann heißt es: Stopp. 2 Schritte zurück. Von vorn.
Und das Wichtigste: .md Dateien im Projekt die wie Skills funktionieren. Darin steht wie das Projekt aufgebaut ist, was die bekannten Probleme sind, welche Patterns wir nutzen. Claude Code liest die vor jeder Aufgabe. Das hat alles verändert. Weil der Kontext nicht mehr verloren geht.
Das Bild das ich im Kopf hab: Ich bin der Dirigent. Claude Code ist der Musiker. Claude Chat ist der Berater. Notion ist die Partitur.
Aber der Dirigent muss wissen was gespielt werden soll. Sonst kommt Chaos raus.
Übrigens: ChatGPT nutze ich nicht mehr zum Coden. Meine Frau nutzt den jeden Tag für Familienplanung und Alltag und das kann der richtig gut. Aber produktiv Software bauen? Anderes Level.
Martin