Der Querverweis stand noch da, treffen konnte man ihn nicht mehr
Wie die Querverweise und Abbruchstellen in Sketrix entstanden sind: beim ersten Anlauf gebaut, Monate später an der Struktur nachgeschärft, und dann von einem Umbau nebenan getroffen.
Was es tut → Schaltplan-EditorBevor es Sketrix gab, hab ich meine Pläne auf einem Windows-Rechner gezeichnet, beruflich mit EPLAN und privat mit QElectroTech, und Querverweise konnten beide. Der Unterschied hat sich erst beim Arbeiten gezeigt: bei dem freien Programm steht der Querverweis am Schütz fertig berechnet als Text da und sagt dir, auf welchem Blatt die Kontakte liegen, aber draufklicken und hinspringen geht direkt auf dem Blatt nicht, den Weg dahin suchst du dir selbst.
Ich war das aus dem Beruf anders gewohnt, da klickt man auf den Kontakt und ist beim Schütz, klickt auf die Abbruchstelle und ist da, wo die Leitung weitergeht, und wenn man das ein paar Jahre so in den Fingern hatte, fühlt sich Blättern von Hand wie ein Rückschritt an. Lange hab ich das für reine Bequemlichkeit gehalten, aber da hängt mehr dran, denn wer klicken kann, sieht sofort, wenn eine Verlinkung falsch ist, weil man an einer Stelle rauskommt, die man nicht erwartet hat, und in derselben Sekunde weiß, dass da was nicht stimmt. Ohne den Klick fällt so ein Fehler erst auf, wenn die Anlage schon auf der Baustelle steht.
Zwei Sachen, die sich selbst finden
In Sketrix hängt das alles an zwei Dingen, an Namen und an Struktur. Beim Kontaktspiegel setzt man das Schütz und die Kontakte dazu, und wenn die gleich heißen und in derselben Struktur sitzen, gehören sie zusammen, ohne dass man das irgendwo eintragen müsste. Der Spiegel entsteht dann von selbst in fester Höhe unter dem Schütz, und jede Zeile darin ist anklickbar, hin und zurück.
Bei den Abbruchstellen läuft es genauso: beide Seiten heißen -L1, und damit hängen sie zusammen. Soll die Verbindung über eine Strukturgrenze gehen, schreibt man die Struktur auf der einen Seite mit dazu und lässt sie auf der anderen weg, und wer lieber klickt als tippt, nimmt einfach den Auswahlbaum daneben.
Eine Sache war mir dabei wichtig: in welcher Reihenfolge die Struktur im Kennzeichen steht, soll der Anwender entscheiden, ob Anlage vor Ort oder Ort vor Anlage, und Ebenen lassen sich auch ganz abschalten. Die Norm gibt das frei, und wer den Plan zeichnet, soll ihn sich so hinlegen dürfen, wie er ihn braucht.
Das Unangenehme kommt später
Bei den Verbindungen hab ich Monate gebraucht und wollte zwischendurch hinschmeißen, aber hier war das anders: die Querverweise standen im Februar, klickbare Navigation und PDF-Ausgabe kamen im selben Zug, und ich kann mich an kein Ringen erinnern.
Eine Stelle war trotzdem zäh, und die kam erst zwei Monate später. Wenn in einem Schrank mehrere Funktionen liegen und die Schütze entsprechend heißen, waren die Kontakte zwar richtig sortiert, aber die Zuordnung wollte nicht auf Anhieb, und im April steht das in meinen Aufzeichnungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, erst das Zuordnen über Funktionsgrenzen hinweg samt Tests, dann das Mitziehen beim Verschieben einer Seite.
Das war es dann auch schon. Was danach an Reparaturen kam, betraf die Abbruchstellen, und keine davon war ein Fehler der Verlinkung, sondern es waren Funde aus dem Fundamentumbau, wo Struktur und Abbruchstellen sich in die Quere kamen. An den Zahlen sieht man das Gefälle ganz gut: für Querverweis und Kontaktspiegel stehen rund 1.100 Zeilen in fünf Dateien, für die Abbruchstellen 5.700 in zweiundzwanzig, dazu 143 Tests allein für sie.
Getroffen hat es das Ding trotzdem
Im August lief ein Testdurchgang, und auf einmal löste der Klick auf den orangen Querverweis nichts mehr aus, bei einem Symbol traf nur noch die alte Stelle und bei einem zweiten gar keine, obwohl es vorher funktioniert hatte.
Zuerst dachte ich, die App merkt sich da intern irgendwas Falsches, gefunden hab ich dann aber was anderes. So ein Querverweis besteht aus zwei Teilen: der Beschriftung, die man sieht, und einer unsichtbaren Fläche darüber, die den Klick erkennt, und beide werden an verschiedenen Stellen im Programm berechnet. Beim Aufräumen ein paar Monate vorher war nur eine von beiden erneuert worden, und seitdem rechneten die zwei die Position unterschiedlich aus, der sichtbare Text stand an einem Ort und die klickbare Fläche an einem anderen. Weil der Versatz mit der Breite der Beschriftung wuchs, lagen bei einem breiten Kennzeichen am Ende zweihundert Punkte dazwischen, man klickte also mitten auf den Text und traf ins Leere.
Nachgemessen hab ich das an einem echten Projekt über alle Seiten, und als ich dann in die Notizen vom Aufräumen damals geschaut hab, stand da sogar schon drin, dass diese zweite Stelle bewusst offen geblieben war. Ich hatte es mir also selbst aufgeschrieben, ein halbes Jahr bevor es wehgetan hat.
Woran ich merke, dass die Sache trägt, ist genau das: als der Klick ausfiel, stand er sofort ganz oben auf meiner Fehlerliste und nicht als Randnotiz weiter unten. Ich hab ihn vermisst, bevor ich benennen konnte, was fehlt.
Und jetzt
Die Funktion steht, die Oberfläche noch nicht. Klickt man die Spule an, kommt ein kleines Auswahlfenster, obwohl am Link längst alles hängt, im Eingabefeld der Abbruchstelle steht nur -L1 ohne die volle Herkunft, während auf dem Blatt selbst alles steht, und nach einem Sprung legt sich ein Rahmen über die Zielstelle, der zeigen soll, wo man rausgekommen ist, aber der sieht schlecht aus und fliegt raus. Wahrscheinlich reicht es, die Gegenstelle nach dem Sprung einfach auszuwählen.
Das kommt alles mit der Überarbeitung der Oberfläche, und ich hätte es früher weggeräumt, wenn es wehtun würde. Es tut aber nicht weh, es sieht nur nicht gut aus, und deshalb hat es gewartet.
Martin